Gerade in diesen Zeiten, wo der Ärztestand einen sehr schweren Stand vor allem in Abwehr von ELGA und sonstigen Anschlägen hat, und er all seine Kräfte zusammennehmen muss, erscheint natürlich ein Misstrauensantrag nicht als besonders gute "Harmonieleistung".
Noch dazu wo es sich um die letzte Vollversammlung der Amtsperiode von DORNER, als Wiener Präsident, handelte. Man muss sich darüber klar werden, dass im nächsten Frühjahr, - Mitte März, die Karten ohnehin neu gemischt werden.
Das Komitee unabhängiger Wiener Ärztinnen und Ärzte (=das Ärztekomitee) hat sich in der aktuellen Präsidentenjagd zurückgehalten, - bleibt aber auf seinem Standpunkt, dass eine parteiferne neutrale Politik sicherlich die beste Strategie darstellt, den Unwägbarkeiten der folgenden Jahre entgegenzutreten, und nimmt gerade die Ereignisse der letzten Tage als Anlass darauf hinzuweisen, dass ein Präsident der vollkommen parteiunabhängig agiert, und keine großkoalitionäre Fraktion hinter sich hat, viel weniger in den Verdacht geraten kann aus Gefälligkeit oder Absprache, ein langjähriges Unheil über die Ärzteschaft zuzulassen oder zu begünstigen.
Die Vollversammlung endete daher in versöhnlichen Aspekten und bei allem was man als Kritik oder als schiefe Optik in den Aktionen des Präsidenten nach außen sehen will oder sehen kann, war Präsident DORNER bemüht den Ärztestand zu konsolidieren, und hat in seiner Amtsperiode sehr viel persönliche Energie und Engagement gezeigt, - dies möge bei allen Punkten, die andere Wege und Alternativen aufzeigen, dennoch dankend gesagt sein.
Trotz so mancher innerer Spannungen in der Ärzteschaft ist es zum Zeitpunkt wichtig nach außen geschlossen aufzutreten, - dieser Maxime hat sich auch das Komitee wie bisher im Interesse "für DAS GANZE" unterworfen.
Es ist zu hoffen, dass bis Weihnachten die Spannungen in der Ärzteschaft nicht größer werden und das zerbrochene Porzellan wieder zu kitten ist, so dass trotz des bevorstehenden Wahlkampfes im Winter und Frühjahr der Stand, - nach außen geeint, den Gegnern entgegentreten kann.
Der Obmann des Ärztekomitees,
Dr. Gerhard Walcher
