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Verspätet ,- aber doch meldet sich das KOMITEE UNABHÄNGIGER WIENER ÄRZTE bei seinen Wählern und bei allen standespolitisch interessierten Kolleginnen und Kollegen .

Von einem erfreulichen Resultat können wir nicht sprechen, ähnlich wie andere parteiunabhängige Gruppierungen wurden wir an den Rand der Bedeutungslosigkeit gedrängt und mehr als halbiert.
(Ähnlich wie die Kammerinitiative 0,3%)

Bei einer Wahlbeteiligung generell unter 50 % liegt schon allein eine demokratiepolitische Bedenklichkeit vor.

Mag es das Desinteresse der Kollegenschaft an der Standespolitik generell sein oder auch die relative ?Zufriedenheit? ,-wird unklar bleiben ,-da für " DIE DANKBAR ZUFRIEDENEN der Schritt zur Wahlurne möglich war wogegen die" UNDANKBAR ! ZUFRIEDENEN" lieber das Wochenende ohne Wahl genossen.- ?

Dabei war die Wahlbeteiligung in den Wahlkörpern für die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen noch immer höher als in der Kurie der Angesellten,- wo es die Turnusärzte auf nur ca 25% gebracht haben.(aber derzeit kräftig mitregieren??)

Unbeschadet um diese Charakteristik.. Haben uns doch Kollegen in Wien gewählt und diesen fühlt sich das Komitee nach wie vor verpflichtet und wird sich weiter und kritisch in standespolitische Belange einmischen.

-die anschließende Dramaturgie die zur Bildung einer neuen Koalition geführt hat , war nicht vorherzusehen ,denn der eigentliche Wahlsieger : die Vereinigung
ging mit ihrer alten Koalition,-zu der auch das Komitee gehörte,- letzlich leer aus.

Unter der cleveren Regie des Duos REISNER, SZEKERES,- gelang eine Amalgam-Gliederung teils frustrierter Splittergruppen und direkt parteipolitisch gelenkter Fraktionen,-wie eben Sozialdemokraten und "die Grünen."

Die jahrelangen Kränkungsgefühle des" Mittelbaus "konnten ihre Rachegefühle in Form des Beitritts zu dieser Koalitionsveranstaltung kühlen und so alten und tief verspürten Frust in Genugtuung und Bedeutungsausweitung sowie sattes Wohlgefühl ausklingen lassen.

Schon bei den ersten Sitzungen zeigte sich ein neues Verständnis für demokratische Abläufe,- durch den Versuch demokratische bisher sehr geachtete Minderheitenrechte dahingehend einzuschränken, -dass geheime Abstimmungen einer besonderen Geschäftsordnungs Schwelle unterzogen hätten werden sollen.
aber,-
Kopfschüttelnde FUNDAMENTALDEMOKRATEN bei den Grünen und vereinzelt auch bei den Sozialdemokraten konnten diese völlig ungewohnte ,-nordkoreanische Verhaltensweise,- letztlich abmildern und eine der demokratischen Zivilisation gewidmete Gedankenpause ,-über diese Beschlüsse,- bis zur nächsten Vollversammlung einleiten.

Wie eine einsame Zitadelle in belagertem Lande , hat sich die alte Koalition mehr oder weniger in die Kurie der niedergelassenen Ärzte zurückgezogen,- wo Kollege STEINHART und seine GETREUEN versucht,- die autonomen Bedürfnisse der niedergelassenen Kollegenschaft so gut es geht zu retten und sich aus der Abhängigkeit der Vorstandsbeschlüsse ,-wo die Mehrheit der neuen Koalition schrankenlos diktiert ,-so gut es nach dem ÄRZTE Gesetz ,-geht,- unabhängig zu machen.

All das wäre nicht möglich gewesen wenn nicht Kollegin RAUNIG ,-vom Hausärzteverband ,-eine sehr persönliche und extrem ! elastische Auslegung von Solidarität ,-zu ihrer eigenen wahlwerbenden Gruppe realisiert hätte,-die Beschlüsse dort ignorierend ,- zu den ELGA -Förderern überlief ,- und auf diese Art und Weise , mit einer Vizepräsidentschaft belohnt wurde.

Die Allgemeinmedizin wird an diesem "Sittenbild mit Dame" noch einiges zu schlucken haben.

Ein allmähliches Erwachen der Kollegenschaft im Niedergelassenen Bereich zeichnet sich ab,-" raus aus der Kammer,-Schluss mit der Illusion einer Solidarität,-Sezession, -Abgrenzung-, eigene Kammer der Niedergelassenen,- hört man raunen ,rufen ,schrein und murmeln.

An sich kein Wunder ,-wenn man bedenkt, dass sämtliche Daseinsbelange für die Angestellten nach wie vor von der Gewerkschaft geregelt werden ........sei es:
Gehalt, Zulagen, Freizeitabgeltung Pensionsregelung,-was auch immer ......ist alles Angelegenheit der Gewerkschaft und nicht der Ärztekammer.

Für die niedergelassenen Kollegenschaft ist im Gegensatz dazu die Ärztekammer die einzige und alleinige Möglichkeit sich gegen die nunmehrige Monokultur von Krankenkasse, Gemeinde, Ministerium (nun alles unter rotem Couleur),-zu wehren,-nunmehr mit einer sozialdemokratischen Kammerführung diktiert von der Kurie der Angestellten.

Hämisch gefärbte und spitze Bemerkungen,kommen auch aus der Ecke der Zahnärzte,-die wohl die grundsätzlichen Sezessionsbewegungen aus einer gemeinsamen Kammer eingeleitet haben und auch an dem unseligen Kuriensystem nicht schuldlos sind.
Heute scheinen sie tatsächlich die Klügeren zu sein,- die sich rechtzeitig in ihren eigenen Interessesbereich zurückgezogen haben und nur mehr durch das ungeliebte Band des Wohlfahrtsfond mit der anderen Ärzteschaft verbunden sind.

Letztlich würde dies das letzte wenn auch ungeliebteste Bindemittel " der Ärzteschaft bleiben denn eine Änderung ,-der Satzungen des WFF ,-wie es einige völlig illusionäre Gruppierungen und auch die Sozialdemokratie unter Verkennung der Tatsachen versprochen hat ,-ist nur mit 2/3 Mehrheit möglich und diese wird die neue Koalition niemals zu Stande bringen.

Diese auch als bestandssichernde Tatsache verkündet um eventuelle Ängste in dieser Richtung zu limitieren.

Wir werden in der nahen Zukunft neben vielen tatsächlichen Schwierigkeiten,- die eine neue Kammerführung so mit sich bringt auch mit weiteren Skurrilitäten konfrontiert werden,- wie beispielsweise :
dass die Turnusärzte nun das Zentrum für Allgemeinmedizin führen (ZAM) und offensichtlich auf die Tiefe der Erfahrung ihrer Jahre und auf fundiertes Wissen ,- halb absolvierter,- Turnusepisoden zurückgreifen können.

Die Kollegen vom Ärztekomitee werden versuchen trotz all der Kritik das Beste für den Stand herauszuholen, indem wir die stark strapazierte Solidarität hochhalten und das Wohl des Ganzen wiebisher über parteipolitischen Hader stellen ,- aber wenn der Zug der Zeit es diktiert,- getrennte Wege zu gehen ,-werden auch wir dies wenn auch mit schmerzlichen Gefühlen zur Kenntnis nehmen müssen.

Der Wendepunkt an dem die Standesführung steht,- ist vorerst unabsehbar,-noch nie hat es eine derartig parteipolitischen Führung unseres Standes gegeben und die Aufmerksamkeit der Kollegen wird hoffentlich ihr Augenmerk darauf legen ,-ob die Beschlüsse im Präsidium ,-von der Ärzteschaft getragen werden,- oder von den Interessenträgern in den Parteizentralen.